Kommunikation ist für mich ein zentraler Teil meines Alltags. Ich achte auf meine Worte und auf die meines Gegenübers. Der direkte Austausch ist für uns Menschen so elementar wie das Atmen selbst.
Zuhören, Nachfragen, ein Nicken, ein wertschätzender Blick, ein geteiltes Lachen – all das schafft Verbindung. So entstehen Beziehungen.
Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass, auch wenn wir so viel kommunizieren (über Whatsapp, Mails, Sprachnachrichten etc.) dies kein Dialog ist. In dieser Form der Kommunikation gibt es kein Mitfühlen oder Zuhören.
Worte haben eine mächtige Wirkung, sie beeinflussen unsere Gesundheit. Positive Botschaften beeinflussen unsere Biochemie innert Sekunden. Sie überfluten unser Gehirn mit Glücksbotschaften. Negative Worte haben genau die gegenteilige Wirkung.
Ein gelungenes Gespräch bedarf bestimmter Grundlagen wie Vertrauen, Aufmerksamkeit, Empathie, Interesse und Wertschätzung. Diese positive Verbindung merkt sich das Gehirn. Da entsteht Vertrauen und er oder sie öffnet sich.
Wenn Vertrauen da ist, öffnen sich Menschen. Im beruflichen Kontext entstehen dadurch Klarheit, Verständnis und tragfähige Entscheidungen.
Ich erachte dies als ein sehr wichtiger Punkt in der Zusammenarbeit.
Der Manager Tachi Yamana (ehemaliger medizinischer Leiter der Bill-und Melinda Gates Stiftung) wurde gefragt, was sein wichtigstes Führungsprinzip ist. Als erster Punkt nannte er, dass er bei jedem Gespräch dem Gegenüber seine volle Aufmerksamkeit schenke.
Für mich ist das ein zentraler Punkt. Ich frage mich selbst, wie schwierig das ist und wie oft ich in Situation war, wo ich das Unterlassen habe. Im Call mit einem Geschäftspartner, im Team Call, wo ich noch schnell eine Mail beantwortet habe.
Behandelst du dein Gesprächspartner mit voller Konzentration und mit grösstmöglichem Interesse für die Sache?
Wir erleben eine hohe Ablenkung in diesem digitalen Zeitalter. Ich erachte eine hohe Aufmerksamkeit als ein wertvolles Geschenk für jeden Gesprächspartner. Somit sind wir anwesend und emotional verfügbar.
Ich möchte in Erinnerung bleiben. Da das Gedächtnis, das abspeichert, was uns emotional berührt, fördert die Aufmerksamkeit, dass wir in Erinnerung bleiben.
Ein weiteres Schlüsselelement gelungener Gespräche ist Empathie. Die Fähigkeit, sich in Gefühle, Gedanken und Sorgen eines anderen hineinzuversetzen zu können. Weiter geht es mit dem Interesse am Gegenüber und an seiner Welt.
Wenn ein Termin mit einem Ereignis kollidiert, das für mein Gegenüber sehr wichtig ist (sei es nur das Spiel seinen Lieblingsfussballvereins) werde ich mit Sicherheit verschieben.
Ich lade ein, wieder mehr Wertschätzung, positives Feedback auszudrücken. Lob und Anerkennung lassen Wertschätzung und Respekt erkennen.
Menschen blühen auf, wenn jemand Ihnen etwas sagt, was an Ihnen geschätzt wird, was sie gut gemacht haben, was sie auszeichnet.
Mangelt es an Wertschätzung, fühlt sich die Person ignoriert, übergangen oder herabgewürdigt. Ich erlebe das immer wieder an mir selbst, wenn das in Gesprächen fehlt.
Heute ist es oft leichter, Kontakte zu beenden – zu „canceln“ oder zu „ghosten“ – als ein schwieriges Gespräch zu führen. Dabei sind gerade diese Gespräche der Ort, an dem Verständnis und Entwicklung entstehen.
Wo Empathie, Aufmerksamkeit und Wertschätzung zusammenkommen, entsteht Beziehung, ehrlich, tragfähig und verbindend.
Gerade auch im geschäftlichen Bereich, habe ich es erlebt, wie wichtig das ist und ich dadurch langjährige Partnerschaften aufbauen konnte. Dadurch konnten auch schwierige Phasen überwunden werden. Durch Fragenstellen neue Informationen und Blickwinkel gewonnen werden.
Kommunikation ist der soziale Kitt, der uns stärkt, verbindet und wachsen lässt.
Ich lade ein, wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken und mit echtem Interesse zuzuhören.
Denn wer sich wirklich auf sein Gegenüber einlässt, erlebt Begegnung in ihrer schönsten Form.
Ich liebe Kommunikation und möchte Menschen so erleben wie sie sind. In meinen Begleitungen schaffe ich genau diesen Raum – für ehrliche, aufmerksame Gespräche.
Mehr zu meinem Ansatz findest du hier: https://jeanmarcbaumann.ch/de/
Dieser Text wurde durch den Artikel «Die Kunst des Gesprächs» von Ulrike Bartholomäus in der Weltwoche Ausgabe Nr. 39.25 inspiriert.
Geschrieben am: 13.10.2025 | Tags: Kommunikation